Sie leisten meist im Verborgenen Großartiges: Pflegerinnen und Pfleger in den Spitälern, in Heimen und im mobilen Bereich. Auch wenn der Dienstplan aufgrund des Personalmangels geändert wird, Zusatzschichten eingeschoben werden, und für die Patientinnen und Patienten nicht die Zeit bleibt, die eigentlich notwendig wäre, brennen sie für ihren Beruf und geben jeden Tag ihr Bestes.

Vor dem Hintergrund des Pflegenotstands hat die Kleine Zeitung im Vorjahr den Vita-Pflegeaward ins Leben gerufen. Ein Jahr später hat das Thema nichts an Aktualität verloren. Erst kürzlich präsentierte das Land Steiermark angesichts der schwierigen Situation ein Reformpaket für die Landesspitäler. Ein wichtiger Schritt, hat es etwa vom steirischen Krankenpflegeverband geheißen. Doch man habe etwa die privaten Spitäler, die mobilen Pflegedienste und die Pflegeheime nicht mitgedacht.

"Wir müssen uns jetzt die Versorgung vor den Türen der Spitäler anschauen, da braucht es Maßnahmen", sagt Marianne Raiger vom Krankenpflegeverband. Für alle Bereiche gelte: Es braucht bessere Arbeitsbedingungen. "Das Personal muss die Zeit für die Pflege zurückbekommen, sie sollten die Pflegebedürftigen nicht nach einer To-do-Liste abarbeiten müssen."

Vom Newcomer zum Überflieger

Wie im Vorjahr möchte die Kleine Zeitung auch heuer wieder den Pflegerinnen und Pflegern in der Steiermark "Danke" sagen und diese auszeichnen. Es gibt sechs Kategorien.

In der Votingphase achtet die Kleine Zeitung auf eine Geschlechter-Verteilung von 75 Prozent Frauen zu 25 Prozent Männer. Dadurch soll das tatsächliche Geschlechterverhältnis im Pflegeberuf widergespiegelt und einer Ungleichverteilung entgegengewirkt werden. Zudem wird es einen Award für die Pflegerin oder den Pfleger des Jahres geben.

Die Nominierungsphase läuft noch bis einschließlich 13. August. In dieser Zeit können Patientinnen und Patienten, Angehörige oder Kolleginnen und Kollegen auf der Webseite des Pflegeawards Pflegerinnen und Pfleger für die "Vita 2023" vorschlagen. Trägerorganisationen erhalten zudem Nominierungsbögen übermittelt. Aber Achtung: Die Siegerinnen und Sieger des Vorjahres sind ausgenommen. Das sind die Kategorien:

  • NewcomerIn: Diese Menschen zeigen, dass der Pflegeberuf erstrebenswert ist. Sie sind jung in ihrem Job und sprühen vor Energie. Es sind die Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger, die anpacken.
  • Vorbild: Sie sind Ausbildnerinnen und Ausbildner oder einfach Kolleginnen und Kollegen, die inspirieren.
  • ExpertIn: Das wandelnde Lexikon – auf jede Frage gibt es eine qualifizierte Antwort, in jeder Situation weiß diese Person, was zu tun ist.
  • BegleiterIn: Das sind jene Personen, für die Patientinnen und Patienten mehr sind als nur Patienten.
  • Dream Team: Sie halten immer zusammen und ergänzen einander perfekt. Die Rollenverteilung stimmt und der Respekt untereinander auch.
  • InnovatorIn: Diese Person hat besonders kreative Ideen und arbeitet an zukunftsträchtigen Projekten in der Pflege.

Auch heuer bekommen die Siegerinnen und Sieger eine Skulptur mit einer Goldmünze überreicht
Auch heuer bekommen die Siegerinnen und Sieger eine Skulptur mit einer Goldmünze überreicht © Manuel Hanschitz

Die Siegerinnen und Sieger jeder Kategorie werden auch in diesem Jahr im Rahmen einer Veranstaltung geehrt. Als Zeichen der Anerkennung erhalten diese eine Skulptur des österreichischen Künstlers Klaus Mosettig. Gegossen aus Beton, bildet diese die Altersstruktur unserer Gesellschaft ab. Da sie aber auch "Wert und Wertigkeit" des Pflegeberufs darstellen soll, ist in den Betonguss eine Goldmünze eingearbeitet.