In Niederösterreich hat im Vorfeld der Nationalratswahl der Auftritt eines Paters des Stiftes Lilienfeld bei einer Veranstaltung der FPÖ in Wilhelmsburg (Bezirk St. Pölten) für Aufsehen gesorgt. Der Mönch sprach dort vor einem Sujet der Freiheitlichen. Das Stift distanzierte sich. „Die Kirche gibt grundsätzlich keine Wahlempfehlung für irgendeine Partei ab“, hielt Abt Pius Maurer in einer schriftlichen Mitteilung fest.

Der Mönch warb bei der Veranstaltung am vergangenen Wochenende für die FPÖ, wie auch mehrere Medien berichteten. Auf einem Video, das auf der Plattform „unzensuriert.at“ zu sehen ist und auch in sozialen Netzwerken die Runde machte, bezeichnete der Pater die Freiheitlichen als einzige Partei, „die auch für den Lebensschutz einsteht“.

„Nicht abgesprochene Privathandlung“

„Die Vorstehung des Stiftes Lilienfeld distanziert sich von der Teilnahme eines Paters an einer Parteiveranstaltung“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Abtes auf der Homepage des Stiftes. „Es handelt sich dabei um eine nicht abgesprochene Privathandlung eines Paters, der weder Pfarrer noch Kaplan ist.“ Grundsätzlich werde auch keine Wahlempfehlung abgegeben: „Das gilt natürlich auch für die Patres im Bereich des Stiftes Lilienfeld.“

„Ich finde es beängstigend, dass ein Gottesmann interne Probleme bekommt, nur weil er die menschliche Politik der FPÖ lobt“, reagierte am Dienstag wiederum der freiheitliche Landtagsabgeordnete Martin Antauer per Aussendung. Freie Meinungsäußerung sei „innerhalb der Kirche offenbar unerwünscht“.