Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angekündigt, Verteidigungsminister Oleksij Resnikow zu ersetzen. Das gab Selenskyj Sonntagabend bekannt. "Ich glaube, dass das Ministerium neue Ansätze und andere Formate der Interaktion sowohl mit dem Militär als auch mit der Gesellschaft als Ganzes braucht", so Selenskyj in einer Botschaft auf Instagram. Als Nachfolger schlug er Rustem Umerow vor.

Korruptionsvorwürfe

Erst vor wenigen Tagen hatte Verteidigungsminister Resnikow Vorwürfe ukrainischer Medien zurückgewiesen, sein Haus habe Winteruniformen zu völlig überteuerten Preisen gekauft. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, das Verteidigungsministerium in Kiew habe Ende 2022 einen Vertrag mit einem türkischen Unternehmen über die Lieferung von Winteruniformen abgeschlossen, deren Preis sich nach Vertragsabschluss verdreifacht habe. Den Medienberichten zufolge gehört zu den Eigentümern des Unternehmens Oleksandr Kassai, ein Neffe von Gennadi Kassai, der wiederum der Partei des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angehört.

Im Jänner waren mehrere hochrangige ukrainische Militärangehörige entlassen worden, nachdem Journalisten den Kauf von Essensrationen für Soldaten zu überhöhten Preisen enthüllt hatten. Damals hatte Verteidigungsminister Resnikow ein "Versagen" der Anti-Korruptionsbehörden eingeräumt.

Anfang August hatte Staatschef Selenskyj alle regionalen Verantwortlichen für die Rekrutierung von Soldaten entlassen. Zuvor waren Fälle von Korruption bei der Rekrutierung bekannt geworden. Demnach konnten sich Wehrpflichtige mit Schmiergeldzahlungen dem Dienst an der Waffe entziehen.

Die Führung in Kiew zeigt sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bemüht, konsequenter gegen Korruption und Bestechung im Land vorzugehen. Die Europäische Union hat Fortschritte bei der Bekämpfung der Korruption zu einer Bedingung für den von der Ukraine angestrebten EU-Beitritt gemacht.