Seinen Höhenflug in Hollywood erlebte Joel Schumacher in den 1990er-Jahren. Michael Douglas spielte für ihn die Rolle eines Amokläufers in Los Angeles in "Falling Down". "Was für ein Verlust", schrieb der Schauspieler auf Instagram. Schumacher sei "so talentiert und mitfühlend" gewesen. Ihre Zusammenarbeit an "Falling Down" zähle mit zu seinen besten Karriereerfahrungen.
Schumacher brachte auch die John-Grisham-Bestseller "Die Jury" und "Der Klient" auf die Leinwand - mit den Oscar-Gewinnern Susan Sarandon, Sandra Bullock, Tommy Lee Jones und Matthew McConaughey. Auch "Batman Forever" (1995) mit Val Kilmer (Titelrolle), Tommy Lee Jones, Jim Carrey (als überdrehter Riddler) und Nicole Kidman war sein größter Hit an den Kinokassen. Jetzt müssen Kollegen und Fans von Schumacher Abschied nehmen. Der US-Regisseur, der seit einem Jahr an einer Krebskrankheit litt, verstarb am Montag in seiner Geburtsstadt New York im Alter von 80 Jahren, wie sein Sprecherteam bestätigte.

"Batman Forever" war, wie erwähnt, Schumachers finanziell erfolgreichster Film. Seine Vision war bunter und schriller als vorherige "Batman"-Verfilmungen. Doch mit "Batman & Robin" folgte 1997 ein Flop. Es gab gleich elf Nominierungen für den Spottpreis "Goldene Himbeere".

Über Niederlagen spricht man in Hollywood ungern, doch Schumacher gab es 2017 zum 20. Jahrestag der Comicverfilmung im Interview mit "Vice" unumwunden zu. "Ich möchte mich bei jedem Fan entschuldigen, der enttäuscht wurde, denn ich denke, das bin ich ihnen schuldig", sagte der Regisseur. "Es wird auf meinem Grabstein stehen, das weiß ich", scherzte er damals.

Schon mit seinem dritten Regieprojekt "St. Elmo's Fire - Die Leidenschaft brennt tief" war Schumacher 1985 in Hollywood aufgefallen. Der Streifen mit den damaligen sogenannten Brat-Pack-Stars (Schauspieler, die häufig zusammen auftraten und auch feierten) Emilio Estevez, Ally Sheedy, Rob Lowe und Demi Moore drehte sich um Drogen- und Liebesprobleme rebellischer Teenager. Der Regisseur bekannte sich damals offen zu seiner früheren Drogen- und Alkoholsucht, die ihm jahrelang zu schaffen machte. "St. Elmos's Fire" jedenfalls war der Film einer Generation – frisch und mit Lebensgefühl:

Seine Filmkarriere hatte Schumacher als Kostümbildner begonnen. Unter anderem stattete er Woody Allens Filme "Sleeper" (Der Schläfer/1973) und "Innenleben" (1978) aus. Doch schon als Kind habe er den Wunsch gehabt, Regie zu führen, erzählte Schumacher im "Vice"-Interview. Er sei neben einem Kino aufgewachsen und habe Filme gesehen, bevor Fernsehen populär wurde. "Ich liebte Filme und wollte selber Geschichten erzählen."

Mit Colin Farrell drehte er 2002 "Nicht auflegen". Cate Blanchett trat kurz danach für das auf wahren Tatsachen beruhende Polit-Drama "Die Journalistin" vor seine Kamera. Seinen letzten Spielfilm produzierte Schumacher im Jahr 2011. In dem Verbrecherdrama "Trespass – Auf Leben und Tod" übernahmen Nicolas Cage und Nicole Kidman die Hauptrollen.
Hier der Trailer von "Nicht auflegen":