Mit dieser dritten CD feiert das Geigen-Cello-Duo BartolomeyBittmann nun auch sein Debüt beim deutschen Label ACT Music. Machen sich Marketing und Vertrieb des renommierten Labels schon bemerkbar?
KLEMENS BITTMANN: Bis jetzt sind wir mit unserem neuen Label sehr zufrieden. Wir fühlen uns in unserer künstlerischen Idee verstanden und unterstützt, das ist nicht selbstverständlich, und wir haben die Vision, mithilfe von ACT das Duo international zu etablieren.


Als Komponisten firmieren immer beide Musiker. Darf man daraus schließen, dass vieles spontan aus der Improvisation heraus entstanden ist?
Viele Kompositionen entstehen aus kleinen improvisatorischen Ideen, manches spontan, manches während des individuellen Übens am Instrument. Diese „Zellen“ werden dann gemeinsam ausgebaut. Es ist ein instrumentenorientierter Zugang zum Komponieren, den Matthias Bartolomey und ich teilen.

Die Instrumente klingen sehr direkt und plastisch, was gerade in ruhigen Passagen eindringlich zum Tragen kommt. Wo und wie fanden die Aufnahmen statt?
Unsere Klangphilosophie ist eine nahe, transparente und direkte. Uns begleitet mit Olaf Schuberth seit zwei Jahren ein eigener Tonmeister zu den Konzerten, er kennt unsere Musik und unsere Instrumente sehr gut und war daher die optimale Wahl. Wir haben uns diesmal bewusst gegen einen klassischen Saal entschieden. Die CD haben wir in der Wohnung von Matthias in Wien aufgenommen.

Radikale Rhythmik, Groove und Drive klingen irgendwie wie ein Mahavishnu Orchestra in Duo-Besetzung. Liegen wir da ganz falsch?
Nein, da liegen Sie richtig. In unserer Musik ist auf jeden Fall auch der Geist des Jazz-Rock aus den 70ern bis hin zum Metal vorhanden. Es ist erstaunlich, was mit den alten Streichinstrumenten aus dem 18. Jahrhundert alles möglich ist.