Für Liste-Fritz-Gesundheitssprecherin Andrea Haselwanter-Schneider ist es aufgrund des dramatischen Hilferufs der Verbandsobleute des Bezirkskrankenhauses Lienz höchst an der Zeit, im Gesundheitswesen endlich in die Gänge zu kommen. "Die Probleme in der Gesundheitsversorgung spitzen sich weiter zu, ob Pflegepersonal- oder Ärztemangel, das Tiroler Gesundheitsschiff ist leckgeschlagen und hat schwere Schlagseite", so Andrea Haselwanter-Schneider, die Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) auffordert, die Probleme endlich anzupacken.

"Im BKH Lienz ist Feuer am Dach, rund 26 Ärztestellen bleiben trotz intensiver Suche mittels Stellenausschreibungen und Personalberater unbesetzt, der Betrieb selbst ist kaum mehr aufrechtzuerhalten", sagt Haselwanter-Schneider. So muss die Urologie voraussichtlich ab April zweimal im Jahr für rund drei Wochen geschlossen werden, auch die Abteilungen Anästhesie, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Neurologie, Nuklearmedizin, Psychiatrie sowie die Radiologie sind am oberen personellen Anschlag ihrer Leistungsfähigkeit angelangt.

"Chirurgische Versorgung äußerst angespannt"

"Die Personalsituation in der Chirurgie ist in einer Weise angespannt, dass im Falle einer Kündigung oder Pensionierung das Dienstrad nicht mehr besetzbar wäre und die chirurgische Versorgung, insbesondere auch die Akutversorgung kollabieren würde. Aber Lienz steht nur als Synonym dieser verfehlten Gesundheitspolitik. Spitzenmediziner verlassen den Standort Tirol, Ärzte mit Kassenverträgen in allen medizinischen Bereichen sind Mangelware, Pflegepersonal fehlt an allen Ecken und Enden. Frau Landesrätin Hagele, wie soll das weitergehen und ab wann wird Wegschauen unterlassene Hilfeleistung?", fragt sich Haselwanter-Schneider.

Andrea Haselwanter-Schneider sieht in Lienz Feuer am Dach des Spitals
Andrea Haselwanter-Schneider sieht in Lienz Feuer am Dach des Spitals © APA/ROLAND SCHLAGER


"Es braucht Vorgaben, Zielsetzungen und dann auch eine klare Umsetzung von dringenden Maßnahmen, die nicht nur kurz-, sondern auch langfristig die Gesundheitsversorgung in Tirol sichern", lautet die Aufforderung von Haselwanter-Schneider an die Gesundheitslandesrätin.