Bis heute wurde der Leichnam der kleinen Danka, sie wäre am 6. Mai zwei Jahre alt geworden, nicht gefunden. Das Mädchen soll am 26. März in Banjsko polje in Serbien von zwei Mitarbeitern der örtlichen Wasserwerke ermordet worden sein. Wie die Polizei mitteilte, sollen die Männer gestanden haben, dass sie das Mädchen im alkoholisierten Zustand mit dem Auto angefahren hätten. Danach hätten sie das bewusstlose Mädchen ins Auto gelegt. Als Danka am Rücksitz weinend aufwachte, soll sie der Hauptverdächtige erstickt haben. Danach warfen sie, laut ihren Angaben, den leblosen Körper auf eine nahe gelegene Mülldeponie.

Drei Männer sitzen derzeit in Untersuchungshaft: Die zwei mutmaßlichen Mörder (beide 50) und der Vater (73) des Hauptverdächtigen. Er soll zwei Tage nach der Ermordung von Danka, am 28. März, mit seinem zweiten Sohn (40) geholfen haben, die Leiche von der Mülldeponie an einen unbekannten Ort zu bringen. Beide kamen am 6. März in Untersuchungshaft. Der Bruder des Hauptverdächtigen verstarb dort am 7. März. Entgegen ursprünglicher Verlautbarungen der Polizei und laut Obduktionsbericht aufgrund eines gewaltsamen Todes. Auf seinem Körper wurden zahlreiche Spuren von Misshandlungen entdeckt. Die interne Kontrolle des Innenministeriums untersucht den Fall und ermittelt gegen Polizeibeamte in Bor.

Obduktion angeordnet

Wie in serbischen Medien bekannt wurde, starb jetzt auch die Mutter des Hauptverdächtigen in ihrem Heimatort Zlot, während ihr älterer Sohn und ihr Ehemann in Untersuchungshaft in Bor beziehungsweise in Belgrad sitzen. Bis zuletzt bestritt sie, dass ihre Familie etwas mit dem Tod des Mädchens zu tun habe. Die Oberstaatsanwaltschaft Zaječar führte sie unter dem Status einer privilegierten Zeugin, sie galt nicht als Verdächtige. Diese ordnete die Obduktion ihres Leichnams an. Nur Stunden vor ihrem Ableben sprach sie mit dem „Telegraf“ und beklagte ihren physischen Zustand. „Ich bin hilflos und krank. Ich stürzte über die Treppe und liege seit Tagen im Bett. Niemand kann mir auch nur ein Glas Wasser bringen“, erklärte sie.

Stand der Ermittlungen

Wo Dankas Leiche ist, darüber herrscht immer noch Unklarheit. Alle Verdächtigen schweigen. Gegenüber der Oberstaatsanwaltschaft blieb nur der Hauptverdächtige bei seinem Geständnis, das er bei der Polizei machte. Der Zweitverdächtige, der das Mädchen angefahren haben soll, und der 73-Jährige schweigen. Derzeit sei dieses Geständnis der wichtigste Beweis für die Anklagebehörde, berichten serbische Medien. Denn wie vergangene Woche bekannt wurde, wurden bisher keine DNA Spuren von Danka gefunden. Weder am noch im Pkw. Allerdings seien noch nicht alle beschlagnahmten Gegenstände untersucht. Insgesamt wurden mehr als 500 sichergestellt, teilt die Untersuchungsbehörde mit.

GPS-Daten

Durchgeführt wurden mittlerweile die psychologischen Untersuchungen der Hauptverdächtigen, man warte auf das abschließende Gutachten, teilt die Oberstaatsanwaltschaft mit. Ebenso warte man noch auf die abschließende Auswertung der GPS-Daten aus dem Dienstfahrzeug, mit dem die Verdächtigen unterwegs waren. Laut Innenminister Bratislav Gašić ein Schlüsselbeweis im Fall: „An diesem Tag fuhren im relevanten Zeitraum 17 Fahrzeuge in das Gebiet von Banjsko polje ein. Von diesen verließen nur zwei den Ort, bevor die Polizei eintraf und Kontrollpunkte eingerichtet hatte.“ Nur das Fahrzeug der Verdächtigen habe sich fünf Minuten im Bereich des Familienhauses des Mädchens und 40 Sekunden im Bereich der Mülldeponie aufgehalten, so der Minister.

Am 27. und 28. Mai will die Oberstaatsanwaltschaft weitere Zeugen befragen, es soll sich vornehmlich um Kollegen der Verdächtigen handeln, berichtet Nova.rs. Für alle drei Männer wurde die Untersuchungshaft verlängert.