Nein, in Kärnten herrscht kein Trinkwassermangel. Die Verbrauchsspitzen im Sommer, die auf das erhöhte Tourismusaufkommen in den Seenregionen entstehen, sorgen aber im Zentralraum (Klagenfurt, Klagenfurt, Land, Villach, Villach Land, St. Veit und Feldkirchen) zu einer nicht optimalen Verteilung der Ressourcen, was in trockenen Perioden zu lokalen Trinkwasserengpässen geführt hat. "Durch den Bevölkerungszuzug in die Ballungsräume, die zunehmende Ansiedelung von Gewerbe- und Industriebetrieben, die länger andauernde Tourismussaison und die Auswirkungen des Klimawandels wird der Wasserbedarf im Zentralraum weiter steigen", sagt der für Wasserwirtschaft zuständige Landesrat Daniel Fellner (SPÖ).

Von der Kärntner Wasserwirtschaft wurden mehrere Machbarkeitsstudien ausgearbeitet, die eine Verbesserung der Versorgungssicherheit im Zentralraum für rund 312.000 Kärntner in 39 Gemeinden, die sichere Versorgung in Notfällen und die Einbindung noch zu erschließender Wasserressourcen genauer betrachten. Mit der geplanten Errichtung überregionaler Transportleitungen, den sogenannten "Wasserschienen", werden die bisher eigenständigen Versorgungsanlagen besser vernetzt.

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Acht neue Hochbehälter

Folgende Leitungen werden gebaut: von Villach nach Klagenfurt (35 Kilometer), von Feldkirchen nach Villach (23 km), von Feldkirchen nach Klagenfurt (16 km) und von Feldkirchen nach St. Veit (27 km). Acht Hochbehälter mit Nutzvolumina von 26.500 Kubikmeter und Grundwasserbrunnenanlagen müssen neu errichtet werden.
"Aus heutiger Sicht erfordern diese Maßnahmen Nettoinvestitionskosten von rund 130 Millionen Euro", so Fellner. Genaue Trassenverläufe der Wasserschienen würden noch nicht existieren. Diese würden in Einreich- und Detailprojekten mit den betroffenen Grundstückseigentümern festgelegt.

Regionale Wasserverbände im Boot

Die Umsetzung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen wird der Wasserverband Kärnten übernehmen, der mit 1. Jänner 2024 den operativen Betrieb aufnehmen wird. Im eigens dazu eingerichteten Lenkungsausschuss wurden bereits Fragen in Bezug auf die Haftungen geklärt und die Satzungen erstellt. Mitglieder des Wasserverbandes sind das Land, die Städte Klagenfurt, Villach, St. Veit und Feldkirchen. Es gebe keine Schwierigkeiten, regionale Wasserverbände ins Boot zu bekommen, betont das Land.

Fellner spricht von einem "Generationenprojekt", das in einzelnen Prioritäten umgesetzt wird, die unabhängig voneinander in Betrieb gehen können. Die Umsetzungsdauer für alle Projekte werde zwei bis drei Jahrzehnte betragen.