In der Causa NS-Liederbuch der Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt liege keine Beweismittelfälschung vor, berichtete der "Kurier" am Dienstag online unter Hinweis auf das Ergebnis des Gutachtens des Bundeskriminalamtes (BK). Demnach seien die skandalösen Passagen lange vor Bekanntwerden der Affäre - mindestens aber 70 Tage vor dem 1. Februar - geschwärzt worden.

Die Schwärzungen könnten aber auch schon vor Jahren vorgenommen worden sein, hieß es. Genauer habe sich der Zeitpunkt mit Hilfe der chemischen Analysen nicht mehr datieren lassen. Damit stehe laut der Tageszeitung fest, dass keine Verschleierungshandlungen gesetzt worden seien, um eine Strafverfolgung abzuwenden. Aus Sicht des Anwalts des Hauptverdächtigen sei bestätigt, dass kein strafrechtlicher Tatbestand vorliege.

Die Unterlagen würden noch geprüft, sagte Staatsanwalt Erich Habitzl zur APA. Das Verfahren - ermittelt wurde gegen vier Verdächtige, die für das 1997 neu aufgelegte Liederbuch mit NS-verherrlichenden Inhalten verantwortlich zeichneten - sei noch nicht eingestellt worden.

Die Causa war kurz vor der niederösterreichischen Landtagswahl im Jänner bekanntgeworden. Im Zuge einer Hausdurchsuchung bei der Germania waren Liederbücher mit teilweise geschwärzten Passagen sichergestellt worden. Gegen die Burschenschaft wurde Ende Jänner ein Auflösungsverfahren eingeleitet. Der FPÖ-Spitzenkandidat für die Wahl am 28. Jänner, Udo Landbauer, der vorübergehend stellvertretender Obmann der Burschenschaft war, legte Anfang Februar alle politischen Funktionen zurück. Er wurde in dem Verfahren als Zeuge geführt.