Ob Rucksack, Stoffbeutel oder Trolley: An deutschen Ladenkasse packen die Kunden ihren Einkauf immer öfter in eigene Taschen statt in Plastiksackerln. Die Zahl der verbrauchten Kunststoff-Tragetaschen ist im Jahr 2017 erneut deutlich zurückgegangen. 29 Sackerln pro Kopf und Jahr wurden in Deutschland im vergangenen Jahr in Umlauf gebracht, ein Jahr zuvor waren es noch 45.

Damit ging die Gesamtzahl der verbrauchten Plastiksackerln um mehr als ein Drittel auf 2,4 Milliarden zurück. Ob das an den 15 oder 20 Cent, die die Sackerln in immer mehr Geschäften kosten, oder an einem gewachsenen Umwelt-Bewusstsein liegt, der Trend ist tatsächlich eindeutig, wie Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung zeigen. Sieben Milliarden Sackerln im Jahr 2000, 5,6 Milliarden im Jahr 2015, jetzt nur noch 2,4 Milliarden. Politik und Handel feiern das als Erfolg einer freiwilligen Selbstverpflichtung, die es seit Frühjahr 2016 gibt und der sich inzwischen 360 Unternehmen angeschlossen haben. Inhalt: Plastiksackerln sollen nicht mehr umsonst über die Theke gehen.

Deutschland unter EU-Vorgabe

Die EU macht Vorgaben zum Plastiksackerln-Verbrauch, die Deutschland locker einhält. In der Brüsseler Richtlinie geht es um sogenannte leichte Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke bis zu 50 Mikrometern. Davon dürfen bis Ende 2025 höchstens 40 Stück pro Einwohner und Jahr verbraucht werden. In dieser Sackerln-Kategorie liegt Deutschland schon jetzt bei 25 Sackerln pro Kopf und Jahr.

Wie groß das globale Plastik-Problem ist, zeigte am Donnerstag unter anderem Greenpeace auf: In sieben von acht Wasserproben, die die Umweltorganisation während einer dreimonatigen Antarktis-Expedition genommen hatte, fanden sich Spuren von Mikroplastik. Zudem waren in sieben von neun Schneeproben giftige Chemikalien zu finden, die unter dem Kürzel PFAS oder PFC bekannt sind. Sie werden beispielsweise verwendet, um Outdoor-Bekleidung zu beschichten und bleiben über Jahre in der Umwelt.