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Paar vor Wohnhaus in der Oststeiermark überfallen, dann gefesselt

Eine Frau und ihr Lebensgefährte wurden in St. Johann in der Haide mit Waffengewalt überfallen und dann im Wohnhaus gefesselt. Die Unbekannten erbeuteten Bargeld und Wertgegenstände. Das Entsetzen ist groß.

In der Steiermark ereignete sich am Sonntagmorgen ein brutaler Raubüberfall in einem Wohnhaus.
© APA/THEMENBILD
In der Steiermark ereignete sich am Sonntagmorgen ein brutaler Raubüberfall in einem Wohnhaus.

Ein Raubüberfall beschäftigt derzeit das Landeskriminalamt. Am Sonntagmorgen gegen 6 Uhr kehrte ein Paar in St. Johann in der Haide mit den Einnahmen einer Veranstaltung zu dessen Wohnhaus zurück. Dort angekommen wurden die beiden von zwei schwarz gekleideten und maskierten Unbekannten erwartet. Als die Frau und der Mann die Fahrzeugtür öffneten, bedrohten die Unbekannten sie mit einer Faustfeuerwaffe und zwangen die Opfer ihnen Zugang zum Wohnhaus zu gewähren.

Im Gebäude fesselten die Täter die Frau und den Mann und durchsuchten das gesamte Haus nach Wertgegenständen. „Sie erbeuteten Bargeld und Schmuck“, heißt es bei der Polizei. Neben der im Fahrzeug befindlichen Tageslosung entwendeten die Unbekannten weiteres Bargeld. Hochpreisige Uhren, Schmuckstücke sowie die Mobiltelefone des Paares sollen ebenfalls Teil des Diebesgutes sein. Anschließend schnappten sich die Täter den Pkw der Opfer und flüchteten damit. Wenig später dürften sie dann allerdings in ein anderes Fahrzeug umgestiegen sein. Das Fluchtfahrzeug wurde unweit des Tatortes sichergestellt, wie die Polizei bestätigt.

Zeugen werden gesucht

Kurz nachdem die Täter geflüchtet waren, gelang es der Frau, sich aus den Fesseln zu befreien. Sie lief aus dem Haus und alarmierte mithilfe eines vorbeifahrenden Fahrzeuglenkers die Polizei, die umgehend eine Fahndung einleitete. Diese verlief bis dato negativ.

Die beiden Opfer wurden bei dem Überfall nicht verletzt, sie stehen jedoch unter Schock. Das Landeskriminalamt hat die Spurensicherung vor Ort durchgeführt und weitere Ermittlungen übernommen. Zeugen, die im Raum St. Johann in der Haide am Sonntagmorgen verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter Tel. 059 133 60 3333 beim Landeskriminalamt zu melden.

Großes Entsetzen in St. Johann in der Haide

In der Gemeinde ist indes das Entsetzen groß. „Ich bin schockiert, dass so etwas bei uns am Land passiert“, sagte Magdalena Gleichweit, Inhaberin des Gasthauses Maierhofer. Unvorstellbar ist für sie auch, was die Opfer des Überfalls durchmachen mussten: „Man kann sich gar nicht hineinversetzen, man rechnet ja auch nicht mit sowas.“

Im negativen Sinne überrascht wurde auch St. Johanns Bürgermeister Günter Müller, den die Nachricht vom Überfall im Urlaub erreichte. Er verurteilte die Tat zutiefst und ließ über Amtsleiter Christian Kohlhauser verlauten, dass es besonders tragisch sei, so kurz nach dem Lkw-Unfall in einem Friseursalon erneut in den Medien aufzuschlagen.

Helikopter über der Gemeinde

In einem anderen Gasthaus in der Gemeinde habe der Inhaber den am Himmel kreisenden Helikopter am Sonntag zunächst mit dem FPÖ-Frühschoppen von Herbert Kickl und Mario Kunasek beim Oktoberfest in Hartberg in Verbindung gebracht. Als dann die Informationen zum Überfall mehr und mehr durchsickerten, überkam ihn ein mulmiges Gefühl. „Wir sind zwar weit weg von der Großstadt, aber jetzt macht man sich natürlich schon Gedanken,“ gibt er in Bezug auf abendliche Abrechnungen und das Zusperren des Gasthauses zu bedenken.

Am Tag danach ist sich der Lokalbesitzer sicher, dass die Täter genau gewusst haben, wann sie ihren Opfern auflauern. Wer die Opfer sind, sei in der Gemeinde längst kein Geheimnis mehr: „Das weiß natürlich jeder.“